SCHWARZ

Nonexistence. Das NICHTS. Leerer Raum.

Corona ist am Wüten und nach einem Jahr tun manche Menschen immer noch so, als ob es das Virus nicht gebe. Wir müssen von der Pandemie lernen! Die Fehler der Vergangenheit bewältigen und die eigene Moralkotzgrenze höher setzen!. Schreien wir es raus! Wirtschaft und Geld dürfen nicht Alles sein!

Wenn es um Ängste und Phobien geht, bieten Psycholog*Innen und Psychiater*Innen eine aufschlussreiche Erklärung: Der Mensch verlagert abstrakte Bedrohungen und Ängste auf Dinge, die er kontrollieren kann! Unnachvollziehbare Projektionen wie Spinnen, Insekten oder Clowns, werden vermeintliche Auslöser eines stellvertretenden Gehirngewitters: Denn unser Gehirn scheint wie eine nahende Unwetterfront zu funktionieren: Stauen sich Spannungen und Potentiale auf, müssen sie irgendwann expandieren, um sich entladen zu können. Dass passiert in unserem Kopf. Über die Amygdala.
Sind wir mit Dingen konfrontiert, die wir nicht beeinflussen können, stellt das ein handfestes Dilemma dar! Wir fühlen uns, als ob wir ohne Bremspedal mit voller Fahrt auf einen Abgrund zusteuerten! Da können wir einer kleinen Sinnestrübung unseres Gehirns dankbar sein! Dem Potential, akute Gefahren zu relativieren, um letzlich handlungsfähig zu bleiben…

Es geht darum Todesängste zu bewältigen und nicht in eine Schockstarre zu verfallen! Die Phasen der geistigen Verarbeitung unter Extrembedingungen hat die ehrwürdige Frau von Kübler Ross versucht zu beschreiben und in verschiedene Phasen des Sterbens eingeteilt. Ich glaube, dass trifft es ganz passend. Denn setzen wir uns ernsthaft mit der Bedrohung auseinander, akzeptierten wir, dass wir zu den 4% der durch diese Pandemie Sterbenden gehören mögen, dann müssten wir uns mit dem Äußersten beschäftigen – und uns an die Stressgrenze unserer eigenen Selbstreflektion begeben: Dem Tod. Dem Schwarz. Dem Stopp. Dem Nichts…

Hollywood lehrt uns, dass diese Ausnahmesituation, ein unvorstellbares Potential darstellt! Es scheint, als ob die moderne und zeitgemäße Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit, dass Verhalten einer Blockbusterfigur zu spiegeln vermag:
Eine Bucket List zu erstellen um nach dem #yolo – Prinzip in den Tag hinein zu leben! Wir ewig junggebliebenen Teenager! Wir fahren dann halt eines versehentlichen Momentes mit dem Porsche vor die Wand um den plötzlichen Blitztod sterben zu können! Schön gedacht…

Als wäre es nicht genug, dass ein Mensch vom Anbeginn des Sein mit dem Untergang der eigenen Existenz und dem Zerfall konfrontiert wäre – wir als Kompost…
Es bleibt ein tägliches Unterfangen, diesen Fatalismus auszupendeln! (Hey Eso, hältst du mein Pendel für mich, damit ich schwingen kann!?).

Dabei gibt es so Vieles, dass wir nicht beeinflussen können: Kriegerische Eskalationen, Terrorangriffe, zum Zerbersten bedrohlich-marode Atomkraftwerke und eben leider auch diese Viren, die sekündlich Leben auszulöschen vermögen!

Eine Pandemie ist nun nicht mehr nur eine dieser abstrakten Bedrohungen. Sie hat sich evolutioniert und sich in unserem Alltag manifestiert und eingebrannt! Sie ist zum Konkreten geworden! Und die Hilflosigkeit, dieser zu Begegnen, bleibt…

Wenn Abstand wirkt, warum Maske? Wenn Gurt wirkt, warum Airbag.
Zweifel bis hin zu kompletter Verleumdung – Verdrängung bleibt krankhaft!

Irgendein Dude

Corona ist wie diese convexe Sammellinse aus dem Physikunterricht Stufe 7. Diesem Unterricht, den es für einige wenige Menschen nicht mehr gibt, und der damit unerreichbar und unersetzbar bleibt. In diesem Brennglas katalysiert sich alles: Nicht nur das Optische – das einer momentanen Sinnestrübung Unterlegene – vielmehr sind es die Vor- und Nachteile, die Pro- und Defizite, die Ungerechtigkeiten und (Chancen-) Ungleichheiten, die sich im Farbspektrum des monochromen Regenbogens zeigen wollen!

Loide. Hier ist ganz große Scheiße am dampfen! Und klar steht Dampf für Wärme und irgendwas Gutes irgendwo und irgendwann. Aber in unserem Fall steht es einfach nur für den mega Fail! Gerechtigkeit bedeutet nicht Gleichbehandlung. Gerechtigkeit bedeutet individuelle, persönlich angepasste, maßgeschneiderte, umsichtige, nachteilausgleichende, barrierefreie, hindernissrelativierende, egalisierende und nachteilausgleichende Maßnahme! Oder um in der Sprache der Zeit zu bleiben: Es braucht Spleen! So let’s go for it!

Denn neben Kontrollwahn gibt es noch dieses Baizoo, diese westweltliche Arroganz:
Wir sind die Besten und Stärksten und Größten! Die Loide, die Gutes tun wollen aber Schaden bringen, die über Gerechtigkeit sprechen, aber Diskrepanzen erzeugen!

Gehe ein paar Tage barfuss klingt nicht so schlimm wie monatelang ohne Schuhe durch den Schnee zu stampfen. Warum gelingt es uns nicht, die Bedürfnisse der Menschen zu begreifen? In diesen herausfordernden Zeiten scheint es nur noch darum zu gehen, die Kontrolle zu behalten und den eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen!
Mit dieser Ignoranz schaffen wir den Tod und schaffen Auswegslosigkeiten!

Real. Übel. Sein. Zweifel. Tod. Zeit. Vergessen.
Neustart.
Angstbefreites Rationales. Kontrolliert ohne Kontrollzwang. Irgendsowas wäre fein…

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