Smart Chicken Home

Smart Chicken Home

Wie könnte ein smarter und automatisierter Hühnerstall aussehen? Wir wollen im Sommer ein OpenSpace/Hackathon auf unserem Hof veranstalten und so ein Smart Chicken Home entwickeln! Dazu möchten wir alle Interessenten einladen, sich an der Planung und Umsetzung zu beteiligen!

Ausgangssituation

Als leidenschaftlicher Bastler und Hühnerbesitzer habe ich über die technische Optimierung unseres Alltags als Hühnerhalter nachgedacht. Gemeinsam als Paar auf unserem Hof kümmern wir uns sehr hingebungsvoll um unsere kleinen, geliebten, zweibeinigen Mitbewohner. Jedoch kommt es je nach Jahreszeit und Lebenssituation (und Lebenssituation der Eltern) zu gewissen Engpässen und es wird zuweilen zu einer wahren Herausforderung, die Bedürfnisse unserer kleinen Velocyraptoren zeitnah und stets kontinuierlich zu befriedigen! Diese Herausforderungen könnten jedoch durch eine Automatisierung im Hühnerstall abgewiegelt werden! Da ich wie gesagt gerne bastle (auf dem Niveau eines Feinstaubsensors) und wir die Digitalisierung des ländlichen Raums (räusper) voranbringen und unseren Hof mit kreativen Köpfen beleben möchten, kam die Idee ein Barcamp zum Thema Hühnerstallautomatisierung zu veranstalten und daraus ein spannendes, kreatives und lehrreiches Wochenende auszugestalten!

Herausforderung 1: Schließzeiten des Hühnerstalls

Es gibt eine Sperrstunde im Hühnerstall! Denn der Hühnerstall ist durch eine vertikale Hühnerklappe gesichert. Das verhindert ein Auskühlen bei Nacht und schützt gleichzeitig vor nächtlichen Streunern und Räubern wie Madern, Füchsen und Werwölfen! Wird es dunkel, ziehen sich die kleinen Picklinsen vollautomatisch in den Stall zurück. Doch im Winter dauert es manchmal noch einige Stunden, bis wir von der Arbeit nach Hause kommen und die Klappe schließen können. Somit sind unsere gefiederten Freunde für einige Stunden den blutrünstigen Predatoren der prandenburgischen Prärie ausgeliefert!
Im Sommer dreht sich das Problem Kopf: Hier möchten wir an den Wochenenden etwas länger schlafen als unsere kleinen Rabauken dies gedenken zu tun! Dann scharren diese mit den Hufen und werden nervös und unruhig, weil draußen vor der Tür der Bär steppt und wir noch tief in den Federn ihrer verstorbenen gefiederten Artgenossen im Federbett versunken vor uns hin dösen. In beiden Fällen könnte hier eine automatische Hühnerklappe diverser Hersteller Abhilfe schaffen. Diese sind uns aber schlichtweg zu teuer und nicht modular erweiterbar! Daher interessiert uns der Eigenbau!

Herausforderung 2: Wieder der widrige Winter

Jahn Snow the Chicken Master
Jahn Snow steppt durch den “Snow” als Angry Pixie

Neben dem besagten Problem mit der Schließung des Stalls durch die Hühnerklappe gesellen sich zu den witterungsspezifischen Widrigkeiten des Winters ein Licht- und Temperaturmangel hinzu. Denn trotz des Klimawandels, haben wir seit einigen Tagen mit Minusgraden einstellig unter null zu kämpfen. Das ist für Hühner kein wirkliches Manko. Jedoch gefriert das Wasser in den Tränken und mangelndes Licht verkürzt den Zyklus der Futteraufnahme. Dies wiederum fördert den Abbau von Körpermasse, da die Tiere auf Grund des Wasserengpasses auf Trockenfutter verzichten. Eine Beleuchtung ist durch Zeitschaltuhren einfach zu realisieren, ist dann allerdings nicht dimmbar. Und die Tränkewärmer verbrauchen durchgängig Strom, denn uns ist noch kein Produkt in die Hände gefallen, das temperaturabhängig funktioniert. Warum also nicht Relais-gesteurte Steckdosen ansteuern, die je nach Sonnenzyklus und Innenraumtemperatur diverse Steckdosen mit Dimmern und Heizplatten ansteuern!? Das wäre sowas von Smart, oder nicht!?

Herausforderung 3: Niemand will etwas verpassen – alle wollen die Kontrolle!

Jo isso! Oder etwa nicht? Stell dir vor du könntest von sonstwo mit deinem Smartphone ein Webinterface öffnen und direkt in deinen Stall gucken? Du könntest direkt sehen, wieviel Wasser noch in den Tränken ist, und welches Huhn sich gerade innerhalb oder außerhalb des Stalls befindet! Optional könnte ein Kameramodul und ein Bewässerungssensor Auskunft über diese Informationen geben. Denn Hühner sind Tiere, die man durchaus mal für ein paar Tage alleine lassen kann, sofern sie genug Futtermittel in den Spendern und Wasser in den Tränken haben. Gäbe es ein außerordentliches Ereignis, das eine Warnung verursachte, könnte man die Nachbarn aktivieren, nach den Tieren zu schauen und zu intervenieren. Denn sind wir mal ehrlich – wir alle brauchen mal Urlaub. Und dieser sollte nicht zu lasten unserer Tiere gehen – Hühnerwohlgefährdung kann durch ein “Smart Chicken Home” vollkommen ausgeschlossen werden!

Umsetzung, OpenSpace, Barcamp, Hackathon!?

Gemeinsam mit technikaffinen Makern möchten wir auf unserem Hofe im Sommer ein Hackathon – Wochenende veranstalten. Diese Maker würden wir gerne über Crowdfunding finanzieren und ihnen ein reguläres Dozent_Innengehalt zukommen lassen. Interessierte Hühnerfans sollen über eine Teilnahmegebühr verpflegt und untergebracht werden und somit ihre eigenen Anforderungen und Ideen einbringen können. Das Event soll videografisch festgehalten und anschließend auf unserem Blog dokumentiert werden. Wir werden nicht 24 Stunden Programmieren und Basteln sondern abends am Feuer zusammen sitzen, Brainstormen, uns austauschen und Ideen spinnen!
Die Softwarekomponenten unserer Ergebnisse sollen unter einer OpenSource ähnlichen Lizenz auf Github veröffentlicht, etwaige physikalische Bauteile als STL-Dateien für den 3D-Druck verfübar oder über diverse Platformen bestellbar sein. Die sonstige Hardware soll als Einkaufsliste bei diversen, ethisch-vertretbaren Online-Händlern – zum Bezug verfügbar sein. Grundsätzlich gilt also, das ein Nachbau so einfach wie möglich realisierbar wird – ohne das Lötkenntnisse vorrausgesetzt sind!?

Mitmachen!

Bitte schreibt uns unter unserer Kontaktseite! Wir planen eine eigene Unterseite auf unserer Webseite um das ganze Projekt umzusetzen und zu planen! Habt ihr Ideen oder Anregungen, dann schreibt uns bitte gerne! Es soll ein Community-Projekt werden, das wir initieren und koordinieren bzw. unsere Räume zur Verfügung stellen! Wir sind daher für jedwede Anregungen dankbar! Besonders im Hinblick auf Dozent_Innen bzw. Entwicklern, die für die technische Implementierung und Umsetzung federführend werden! Let’s MAKE it happen!

Lose Hirnstürme als Vorüberlegungen

  • Stromversorgung 12V / Solar / Bleiakku / Lichtstrom
  • Arduino Relais – Schrittmotoren – Sensorik
  • Raspberry Pi – IR Sensor, Kamera, WLAN-Modul
  • DynDNS – Lynx – Webinterface html5
  • GSM-Modul – Fallback – Reliability
  • Shields (ENV) mit Feuchtigkeitssensor, Lichtsensor, Temperatursensor
  • ICs, eigene Platinen, ERAC`
  • node.js / Python / ruby…
  • grep Sonnenzeiten GPS bezogen / Zeitzonen / Sonnenzeit
  • unipolare / bipolare / Motoren
  • Solarzellen inkl. Speichermodul (12-15V Batterie/Akku)

3 Kommentare

    • Super! Danke für den Tipp! Ich hab da mal angefragt ob die mir erste Tipps geben könnten und vielleicht jemand kennen, der ein Barcamp machen könnte!

  1. Hallo – i bins, der Gast aus der Freakshow. Toll, wie die Dinge zusammenkommen. Da kriegen wir bestimmt was gebastelt, zum Barcamp komme ich gerne. Eine Möglichkeit wäre auch, die geballte Kompetenz der BesucherInnen auf dem Chaos Communication Camp einzubinden – das findet Mitte/Ende August im nördlichen Berliner Umland statt, und vielleicht sind ja auch ein paar Hühner (zum Testen von dit janze) willkommen.

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